Von 3. - 5.7. gab es eine Sommeraktion der Bahn. Für 29 € durch ganz Deutschland.
Ich also schnell hin zum Reisebüro (solche Sachen darf man natürlich net im Internet bestellen) und nach einer Zugverbindung gesucht. Es gab eine! Samstag (12.7.) Früh hin und Montagnachmittag zurück.
Tja und die Hinfahrt hat sich einen eigenen Blogeintrag verdient. :-P
Um sechs hieß es aufstehen. Furchtbar. Seit Monaten steh ich mindestens ne Stunde später auf! Naja, was tut man nicht alles. Um sieben zur Tür raus. Wie ich Jungfernstieg in die S-Bahn eingestiegen bin, fällt mir auf einmal ein, dass das Ticket wahrscheinlich ab Hauptbahnhof und nicht Altona gilt. Hab es ja nicht selbst im Internet bestellt... Shit, lag richtig mit meiner Vermutung. Und jetzt? Schaff ich es zum Bahnhof noch? Fahr ich lieber nach Altona? Muss ich da dann draufzahlen? Oder gilt die Karte allgemein für Hamburg? In Altona gibt es wenigstens sicher nen Sitzplatz. Mist, mist, mist! An der Station vor Altona fällt mir siedendheiß ein, dass der Zug ja vielleicht gar nicht in Altona losfährt! AH!
In Altona bin ich trotzdem hochgesprintet (mit sau schwerer Tasche). Nur um festzustellen, dass der Zug nicht dransteht. Am Info-Schalter stand niemand an. Hab dem Typ da also in fünf Sätzen mein Schicksal entgegengeschleudert und ihn sicherheitshalber gefragt, ob der Zug hier hält und ich meinetwegen gegen Aufpreis hier einsteigen kann. Der meinte nur "Ne. Und das ist auch ein Special-Ticket." Ich "Danke!", dreh mich um und renn wieder los Richtung S-Bahn. Dabei ist mir ähm das Sch-Wort rausgerutscht... Ups. :-P
Am Bahnsteig hab ich nachgeschaut, wie lang man bis Hbf fährt - 14 Minuten. Die Bahn kam in einer. Auf meiner Uhr war es 7.33 Uhr. Mein Zug sollte um 7.53 fahren. PANIK!
Pünktlich ging meine Reise weiter. Flehend versuchte ich die Bahn durch meine Gedanken zum schneller Fahren zu bewegen. Stattdessen blieb sie an einer Station länger stehen! Um 7.49 Uhr sind wir im Bahnhof eingefahren. Raus und der nächste Sprint. Wo fährt mein Zug ab? Ein Glück hab ich gute Augen. Im Laufschritt auf die Anzeigentafel zu - mein Zug war leicht zu finden, stand ja ganz oben - drunter durch und am anderen Ende des Bahnhofs wieder runter. Noch kein Zug da. Geschafft! Krass, ich habs tatsächlich geschafft. Ha! :-)
Ich kann euch sagen, ich hab schon lang nicht mehr so anhaltend gebetet oder war so dankbar!
Im Zug gab es dann auch noch einen Sitzplatz für mich und als ich mich da niedergelassen hatte, saß ich erstmal da und versuchte meinen Puls wieder unter Kontrolle zu bringen. Was für eine unglaubliche Aufregung! Ich wollte doch nur für ein Wochenende spontan nach Hause fahren. Am liebsten in aller Ruhe. Welch ein Glück, dass ich immer überpünktlich losfahre!
Auf der Fahrt saß ich nun an einem Vierertisch. Zwei Ladys kannten sich die dritte ist schnón in Hannover wieder ausgestiegen, aber mit allen hatte ich herrlich Spaß. Neben uns saß eine Mutter mit ihren drei Töchtern. Langweilig wurde es nicht.
Ein paar wenige Anekdoten:
Der Kontrolleur hatte eine eigenartige Art und Weise zu fragen: "Hier noch jemand zugestiiiieeegen?" Die Dame mir gegenüber ist jedesmal (vier-fünf-mal) so abgebrochen.
Das jüngste der Mädels war ungefähr zwei Jahre alt und hat zwischendurch ein Lied gesungen. Von der Melodie kam es mir irgendwie bekannt vor, allerdings der Text... blaa, blabla, blaaa, bla, blabla,... So goldig. Sie hat das mit voller Begeisterung gesungen. Als sie gemerkt hat, dass sie mehr Aufmerksamkeit bekommt, als gedacht, war sie ganz peinlich berührt und hat sich bei ihrer Mami versteckt. So süß.
Zwischendurch hat sie reihum an ihre Begleiterinnen Küsschen verteilt. Schön mit gespitzten Lippen darauf gewartet, dass die sich zu ihr hinbeugen.
Später hat sie das Kinderlied "A ram sam sam" (kein Plan wie man des schreibt - geschweige denn wie des wirklich heißt) gesungen. Inklusive Bewegungen. Aber halt in typischen kindlich-abgehackten Stil. Nach drei oder vier Runden hat sie das Ganze auf Mamas Schoß mit deren Händen wiederholt. Am Ende kam die obligatorische Frage: "Nomal?" "Nein, danke." "Ok, a ram sam sam..."
Herrlich!
Von der Lady neben mir hab ich zum Abschied einen gebastelten Frosch bekommen. Der kann sogar Salto! ;-)
So kann die Fahrt gern öfter verlaufen. Geht eindeutig schneller rum.
Trotzdem war ich froh, als ich sicher in Nürnberg ausgestiegen bin. Meine Abenteuerlust ist damit vorerst wieder gedeckt. :-D
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