Endlich fahren wir zum Kilimanjaro. (kilima = kleiner Berg; Njaro = Überraschung) Seit Monaten freu ich mich darauf und schon auf dem Weg nach Marangu, dem kleinen Dorf auf 1900m Höhe, wo unsere Besichtigungstour startet, können wir den Kili sehen!!!
| das erste - etwas unscharfe - Foto |
Danach schauten wir uns eine Untergrundhöhle an, die der Stamm der Chagga (wir waren später noch in einem Life-Museum) als Versteck vor den Massai genutzt hat.
Die Wege da drinnen waren ziemlich eng und niedrig, aber in dem Hohlraum konnte man gut stehen. Die Chagga haben dort gekocht und gelebt, wenn sie von den Massai bedroht wurden. Über einen weiteren Weg gelangt man irgendwann an einen Fluss. Dort wurden die Massai "entsorgt", die bei den evtl. Kämpfen ermordet wurden.
Wieder draußen hat ein kleiner Junge ein Camälion für uns bereit gehalten mit der Aufforderung ganz viele Fotos zu machen... Warum? - Er wollte etwas Geld dafür haben.
Nach einigem Hin und Her und ein paar Telefonaten durften wir dann - statt mit dem Auto zu fahren - ein bisschen durch die Umgebung laufen. Aus dem "bisschen" wurden zweieinhalb Stunden bis zum nächsten Ort auf der Liste. Da haben wir uns wohl missverstanden. Aber es war ein schöner Weg und auch wenn unser Guide manchmal ziemlich flotten Schrittes maschiert ist, hab ich die Umgebung, die Blumen, die Dörfer und ihre Menschen, die teils interessanten Brücken, die Tiere,... sehr genossen. Das war etwas ganz Besonderes!
| beim Kräuter Riechen |
Nach dem Essen ging es zusammen mit einer weiteren Deutschen weiter zum "Chagga-Live-Museum". Auf der Fahrt hat sie uns von ihrer Safari erzählt. Sie war schon in der Serengeti, am Ngorongoro-Krater, in Arusha,... War sehr interessant.
Dann haben wir den Chagga-Stamm kennengelernt. Uns wurde anschaulich und interessant erzählt, wie sie gewohnt und gearbeitet haben:
Ihre Tiere haben mit in der Hütte gelebt, damit sie nicht von den kriegerischen Massai gestohlen wurden. Was das bedeuten konnte, haben wir am eigenen Leib erfahren, als eine Kuh anfing ihr Geschäft zu verrichten, als wir gerade in der - erstaunlich geräumigen - Hütte saßen und gehört haben, dass der Mann und die Söhne auf einem und die Frau mit den Töchtern auf dem anderen "Bett" (Holzgestell, auf dem Bretter, überzogen mit Fell, lagen) geschlafen haben. ;-) Es hat auch etwas gespritzt... ;-)
Besonders interessant fand ich, dass die Chagga sich mit Yucca-Palmenblättern kleine Nachrichten "überbracht" haben:
Ein Blatt mit Knoten über der Eingangstür bedeutete, dass der Besuch nicht zu warten brauche, der Hausbesitzer sei noch einige Zeit unterwegs. War das Blatt dagegen gefaltet, wollte der Hausbesitzer bald zurück sein und bat seinen Gast zu warten. Und ein besonders kleines gefaltetes Blatt wurde zusammen mit einer demütigen Geste als Entschuldigung dargebracht.
Zum Schluss haben wir noch Trommeln gesehen, gehört wie man auf einem Horn bließ, um vor Feinden zu warnen und alle aufzufordern sich in die Höhlen (siehe Anfang) zu begeben, die Bottiche für die Zubereitung des typischen Bananenbiers begutachtet (nein, ich habe keines getrunken ;-)) und gelernt wie sie Kaffee rösteten.
| eine Chagga-Hütte |
| Yucca-Palme |
| Hans - der weiße Chagga |
| in der Mitte DIE Kuh |
Jetzt folgte das absolute Highlight! Der Wasserfall! Um dahin zu kommen, mussten wir zunächst gefühlte hunderte Stufen, die selten niedirger als 35 cm waren runter laufen. Unten kamen wir einstimmig an mit: "Das müssen wir alles wieder hoch..." Aber es hat sich gelohnt! Der Wasserfall und die Umgebung waren traumhaft! Alles grün - in den verschiedensten Tönen, immer mal Blumen, Steine, zwischen denen sich glasklares, eisiges Wasser (wir haben unsere Füße gebadet) hindurchschlängelte... Wunderschön!
| das einzige flache Stück zum Wasserfall |
| auf dem Weg nach oben |
Um vier ging es dann zurück. Bis wir mit Ticket für die Rückfahrt, Geld holen und Zurücklaufen zum Hostel fertig waren, war es fast sechs und wir vier ziemlich erledigt.
Als besonderen Abschluss gab es noch die Hiobsbotschaft, dass abermals in unsere Wohnung eingebrochen wurde. Mein neuer Laptop... wieder gestohlen. Es gab ein paar Tränen, wir haben ein bisschen diskutiert, was wir ändern werden, wenn wir zurückkommen und telefoniert.
Es ist wieder niemand zu Schaden gekommen und mittlerweile haben wir auch den zweiten Einbruch verarbeitet. Zusätzliche Schlösser, ein Tag- und Nachtwächter,... Ich fühle mich hier immer noch sicher und freu mich, dass ich hier sein darf. Ich genieße meine Zeit hier und bin echt dankbar für alles, was ich erleben und lernen darf! :-)
1 Kommentar:
Schöne Bilder - da hattet ihr echt einen sehr vollen und interessanten Tag am Kili. Wow! Mal sehn, wann ich was in der Art erleben werde :-)
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